Nahrungsergänzungsmittel

Aktualisiert: Februar 2018

Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte im Grenzbereich zwischen Arzneimitteln und Lebensmitteln, die der besseren Versorgung des menschlichen Stoffwechsels mit bestimmten Nähr- oder Wirkstoffen dienen sollen.
Rechtlich ist diese Produktgruppe durch die Richtlinien des jeweiligen Landes geregelt. Dabei sind insbesondere die zulässigen Mineralstoffe und Vitamine vorgegeben. In der hierauf basierenden Nahrungsergänzungsmittelverordnung ist ein Nahrungsergänzungsmittel:
„ein Lebensmittel, das

  1. dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen,
  2. ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt und
  3. in dosierter Form, insbesondere in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Brausetabletten und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeuteln, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen und ähnlichen Darreichungsformen von Flüssigkeiten und Pulvern zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird.“

Optisch sind Nahrungsergänzungsmittel den Arzneimitteln zum Verwechseln ähnlich. Tatsächlich enthalten sie teilweise auch identische Inhaltsstoffe. Wo also ist der Unterschied? – Dieser ist selbst für Fachleute oft nicht leicht zu erkennen, zumal sich Zusammensetzung und Zweckbestimmung je nach Herkunftsregion deutlich unterscheiden.

Nahrungsergänzungsmittel benötigen keine Zulassung. In der Praxis gibt es eine Grauzone zwischen Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln, weil manche Hersteller versuchen, Produkte als Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen, die eigentlich Arzneimittel sind. Häufig muss im Einzelfall per Gerichtsurteil entschieden werden, zu welcher Gruppe ein Präparat zählt. In jedem Fall misstrauisch sollten Sie bei Nahrungsergänzungsmitteln sein, die damit werben, Krankheiten zu verhindern, zu lindern oder ihnen vorzubeugen. Denn Werbung mit solchen Behauptungen ist für Lebensmittel generell verboten, unabhängig davon, ob sie stimmt oder nicht.

Eines gleich im Voraus: Mit einer abwechslungsreichen Ernährungund einer Aufnahme von ca. 2000 Kilokalorien bei gutem Kauen (Lesen Sie dazu das Kapitel „Die Wichtigkeit des Kauens“) nimmt man in der Regel alle Nährstoffe in ausreichender Menge auf. Richtig ist jedoch auch: Unsere Nahrung ist von Natur aus relativ arm an einigen Vitaminen, z. B. an Vitamin D, das für die Knochenbildung wichtig ist. Jedoch stellt unser Körper Vitamin D in der Haut durch UV-Einwirkung selbst her. Eine Zufuhr durch spezielle Vitamin-D-Nahrungsergänzungsmittel ist im Prinzip nur für Menschen erforderlich, die sich wenig im Freien aufhalten oder ihren Körper ständig weitgehend mit Kleidungsstücken bedeckt halten. (Lesen Sie dazu das Kapitel „Die Heilkraft des Sonnenlichts“)
Bei einer vollwertigen Ernährung, wie es die makrobiotische Ernährungsweise ist, sind die Vitamine und Mineralstoffe reichlich in den aufgenommenen Lebensmitteln enthalten, und zwar in einer für den menschlichen Körper gewohnten Kombination und Menge. Eine zusätzliche Zufuhr einzelner Nährstoffe ist deshalb nicht notwendig. Dennoch gilt mittlerweile als erwiesen, dass Menschen, denen es aus körperlichen (Allergien, bestimmte Krankheitsbilder o. ä.) oder beruflichen Gründen bzw. auf Grund anderer Lebensumstände nicht möglich ist, notwendige Vitamine und Mineralstoffe ausreichend zu konsumieren und damit für sich nutzbar zu machen, durchaus auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen sollten – aber zeitlich begrenzt und keinesfalls lebenslang.
Wenn Sie weiters zu grosse Mengen an beispielsweise Fleisch, zuckerhaltigen Produkten, Weissmehlprodukten, Fast Food, chemischen bzw. künstlichen Zutaten oder bestimmten Medikamenten zu sich nehmen und ausserdem noch emotionaler Stress, Umweltbelastungen oder übermässige körperliche Belastung dazukommen, so wird es sehr schwierig sein, das daraus resultierende Manko an Vitaminen oder Mineralstoffen auszugleichen. Dies kann zu einer ernsten Gefährdung der Gesundheit führen, denn viele Krankheiten entstehen überhaupt erst durch einen Mangel an Vitaminen und Nährstoffen. (Lesen Sie dazu die Kapitel „Symptome bei Vitaminmangel“ und  „Symptome bei Mineralstoffmangel“).

Aussagen zu ihrer Wirksamkeit sind schwer möglich, da Nahrungsergänzungen in der Regel eher unspezifisch und individuell unterschiedlich wirken. In der Praxis werden entsprechende Informationen über verschiedene Wirkungserfahrungen in Form von Presseartikeln, Vorträgen oder Beratungen geliefert, die, meist von der Pharmaindustrie gefördert, zur Meinungsbildung beitragen sollen. Das gleiche gilt natürlich auch für Firmen, die gute, natürliche Präparate auf dem Markt haben. In jedem Fall aber gilt, dass wir von den Herstellern und den Verkäufern beeinflusst werden sollen – unabhängig davon, ob wir die Produkte brauchen oder (was wahrscheinlicher ist) eben nicht.

Die Hersteller behaupten, fast jeder sei heute unterversorgt.
Als Gründe dafür werden genannt:

  • Stress
  • Schadstoffe in Luft, Nahrung und Wasser
  • zu frühe Ernte
  • chemische Behandlung der Produkte
  • lange Transportwege
  • erhöhte UV-Strahlung (Stichwort: Ozonloch)
  • geringerer Nährstoffgehalt in Lebensmitteln im Vergleich zu früher.

Nahrungsmittelanalysen jedoch zeigen oft ein anderes Bild. Vitaminoide und andere in Nahrungsergänzungen enthaltene Stoffe sind entweder in Grundnahrungsmitteln ausreichend vorhanden oder aber können vom Organismus selbst in ausreichender Menge hergestellt werden.
Grundsätzlich dienen gesundheitsbezogene Angaben dazu, den Absatz zu steigern und den Kunden zu regelmässigem Konsum zu animieren. Sie signalisieren dem Kunden (je nach Produkt, Hersteller und Zielgruppe bzw. Zielperson geschieht dies durchaus auch glaubwürdig), dass ihm der Verzehr des Produktes gesundheitliche Vorteile bringt. Was ich schon im Kapitel „Milchprodukte – ein Zivilisationsmythos“ aufgezeigt habe, gilt auch hier: Es geht um ein Milliardengeschäft, in dem viele Firmen konkurrieren und sich den Markt mit allen Mitteln streitig machen – auch mit harten Bandagen.

Hinzu kommt, dass zu hohe Dosierungen einzelner Komponenten immer die Gefahr einer Störung des natürlichen Gleichgewichts nach sich ziehen. So erhöhen zum Beispiel hohe Dosen an Eisen die Infektionsgefahr und – nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens – auch das Risiko für Arteriosklerose. Man schätzt, dass unsere Lebensmittel etwa 10.000 verschiedene Nährstoffe enthalten, die Einfluss auf unser Wohlbefinden haben, wovon viele noch unbekannt sind. Daher können Präparate mit isolierten Nährstoffen nie eine vollwertige Ernährung ersetzen und sind für gesunde Menschen überflüssig.

Das stärkste Mittel, dem Menschen etwas aufzuzwingen, ist Angstmacherei. Die Politiker, Journalisten, Pharmariesen und natürlich auch die Lebenssmittelmultis sind Profis darin, mit Verunsicherung zu arbeiten und den Verbraucher – uns – im Ungewissen zu lassen. Fragen wie

  • wie hoch muss die Dosierung wirklich sein?
  • wie viel von was benötigt man wirklich?
  • welche Inhaltsstoffe sollten enthalten sein?
  • was benötigt der Körper wirklich?
  • wie wirken sich Nahrungsergänzungsmittel auf den Körper aus?

sind Fragen, auf die Ihnen niemand eine wahrhaftige Antwort geben kann. Denn was die Wissenschaft auf diesem Gebiet an gesicherten Erkenntnissen hat, ist nicht viel mehr als der berühmte Tropfen auf dem heissen Stein.

Ausserdem kommt es darauf an, ob die Präparate aus natürlichen Zutaten bestehen oder künstlich bzw. chemisch hergestellt werden. Grundsätzlich gilt: Vermeiden Sie künstlich bzw. chemisch hergestellte Vitamine. Das heisst, lesen Sie unbedingt die Packungsbeilage und informieren Sie sich beim Hersteller oder Verkäufer. In vielen Produkten sind sowohl natürliche als auch künstliche Zutaten enthalten, was aber den Produkten selbst bzw. dem Beipackzettel nur schwer zu entnehmen ist. Denn die Wissenschaft macht hier keinen Unterschied zwischen natürlich und synthetisch bzw. künstlich! Vorsicht ist in jedem Falle geboten, denn die künstlichen Vitamine setzen die Zellatmung massiv herunter, was dazu führt, dass der Körper auf längere Sicht unterschiedliche Symptome hervorrufen kann. Auch hier beweist sich wieder: Der Körper lässt sich nicht in die Irre führen, er wird sich auf seine Art wehren.

Wenn Sie sich entscheiden, ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, dann entscheiden Sie sich immer nur für 100% natürliche Produkte!

Vitamine

Vitamine sind eine uneinheitliche Gruppe von 13 organischen Verbindungen, die der Organismus nicht als Energieträger, sondern für andere lebenswichtige Funktionen benötigt. Sie können jedoch grösstenteils durch den Stoffwechsel nicht bedarfsdeckend produziert werden: 11 von 13 Vitaminen können auf keine Weise vom Organismus selbst synthetisiert werden. Vitamine müssen also mit der Nahrung aufgenommen werden, sie sind essenziell. Vitamine sind Wirk- und Reglerstoffe, die in den Körperzellen ganz bestimmte Tätigkeiten anregen oder hemmen. Voraussetzung für den geregelten Ablauf von lebenswichtigen Vorgängen im Körper ist ihre Anwesenheit in den Zellen.

Vitamine sind daher Substanzen, auf deren Zufuhr wir zur Erhaltung unserer Lebensfunktion konstant angewiesen sind („Vita“ bedeutet Leben; „Min“ deutet vom Wortstamm auf Mineralien hin). Vitamine gehören völlig unterschiedlichen chemischen Stoffklassen an und sind lediglich durch ihre Wirkung als Gruppe definiert.
Man unterteilt Vitamine in fettlösliche (lipophile) und wasserlösliche (hydrophile) Vitamine und ergänzt sie durch die Vitaminoide. Abhängig von der Löslichkeit laufen Resorption, Transport, Speicherung und Ausscheidung unterschiedlich ab. Vitamine werden durch Licht, Hitze und Sauerstoff in unterschiedlichem Masse zerstört. Sie verlangen deshalb bei Aufbewahrung und Zubereitung besondere Sorgfalt.
Wasserlösliche Vitamine haben auch in hohen Dosen allgemein keine Nebenwirkungen.

Vitaminoide („vitaminähnliche Substanzen”) sind Biosubstanzen, die ähnliche Funktionen wie die Vitamine selbst haben, die unser Körper jedoch teilweise selbst herstellen kann. Streng genommen gehören auch das Vitamine A und das Vitamin D in diese Gruppe. Viele Vitaminoide sind am Energiestoffwechsel beteiligt (z. B. das L-Carnitin oder die Orotsäure). Andere wirken als Antioxidantien, wie zum Beispiel das Coenzym Q10 oder die Alpha-Liponsäure. Neben Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stellen sie einen häufigen Bestandteil von Nahrungsergänzungen dar.

Isolierte Nährstoffe oder Vitaminoide sind aber nicht in der Lage, eine vollwertige Nahrungsaufnahme zu ersetzen. Auch hohe Dosierungen einzelner Komponenten werden die Vollwertigkeit einer ausgewogenen Ernährungsweise nicht ersetzen.

 

Wasserlösliche Vitamine Fettlösliche Vitamine Vitaminoide
 
Vitamin C Vitamin A Anthocyane
Vitamin B1 Vitamin D Coenzym Q10
Vitamin B2 Vitamin E Creatin
Niacin (Nicotinsäure, Vitamin B3) Vitamin K L-Carnitin
Pantothensäure (Vitamin B5)   Phytoöstrogene
Vitamin B6   Inositol
Biotin (Vitamin B7, Vitamin H)   Cholin
Vitamin B9 (Folsäure)   Amygdalin
Vitamin B12   Flavonoide
    Vector LipoC

Mineralstoffe

Mineralstoffe nennt man anorganische, meist kristalline Stoffe aus dem Boden. Sie können vom Körper nicht selber produziert werden und müssen darum mit der Nahrung aufgenommen werden. Durch das Regenwasser werden Mineralstoffe aus dem Gestein abgelöst und ins Quell- und Grundwasser gespült, wodurch sie letztlich in den Boden gelangen. Durch die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Wurzeln gelangen Mineralstoffe in die Pflanzen und durch die Nahrung wiederum in den Körper des Menschen. Dort haben die Mineralien eine Vielzahl an lebenswichtigen Funktionen. Im Allgemeinen beeinflussen sie hauptsächlich das komplexe Zusammenspiel beim Stoffwechsel zwischen den Zellen. Ebenso wie den Flüssigkeitsaustausch regulieren Mineralstoffe auch die Nervenreizweiterleitung der Zellen, die Muskelaktivität und den Knochenbau.

Die wichtigsten Aufgaben der Mineralstoffe bestehen in:

  • Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts und des osmotischen Druckes (vor allem Na, K, Cl). Wir neigen heute auf Grund unserer Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zur Übersäuerung, welche zu Krankheiten führen kann. Hier können die basischen Mineralstoffe Natrium, Calcium, Magnesium und vor allem Kalium zur Neutralisation beitragen.
  • Erhöhung der Löslichkeit anderer Substanzen.
  • Voraussetzung für die Funktion von Nervenreizen (Kalzium) und Muskelkontraktionen („Elektrolyte“).
  • Beeinflussung von Stoffwechselvorgängen durch Förderung oder Hemmung von Enzymen; z.B. übernimmt Magnesium bei über 300 Enzymen Kofaktorenfunktion (u.a. für alle ATP-abhängige Stoffwechselprozesse).
  • Funktion als Bausteine für Knochen und Zähne (vor allem Kalzium).
  • Regulierung katalytischer Vorgänge als Aktivatoren von Hormonen oder ihrer Freisetzung (z.B. Zink und Chrom bei Insulin). So ist beispielsweise Eisen ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins und der Zellhämine (Biokatalysatoren).

Nach der Funktion im Körper unterscheidet man zwischen Bau- und Reglerstoffen. Baustoffe sind Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor, als Reglerstoffe bezeichnet man Eisen, Iod (Jod) und Kupfer. In allen Fällen ist die richtige Dosierung entscheidend: Sowohl Mangel als auch Überdosierung können gefährlich sein. Beispiele sind Arsen- oder Selenvergiftungen und die Kupferspeicherkrankheit.

Überall in der Welt, wo Menschen an Küsten leben oder gelebt haben, nehmen und nahmen sie Lebensmittel aus dem Meer zu sich, beispielsweise Meeresgemüse bzw.  Algen zu sich. Algen sind ein Lebensmittel, das unschlagbar ist beim Gehalt an Mineralstoffen. (Lesen Sie mehr dazu im Kapitel „Ernährung“ die „Nährwerttabelle“  – oder, noch besser: Besuchen Sie doch einmal einen Kochkurs, um den Umgang mit diesem wertvollen Lebensmittel kennen zu lernen!) Im Übrigen ist auch Korallen-Pulver sehr empfehlenswert, da es ebenfalls sehr viele Mineralstoffe enthält.

 

Mineralstofftabelle
 
Mengenelemente Essentielle Spurenelemente Wahrscheinlich für den Menschen ebenfalls essentiell
 
Calcium (Ca) Chrom (Cr) Arsen (As)
Chlor (Cl) Cobalt (Co) Bor (B)
Kalium (K) Eisen (Fe) Rubidium (Rb)
Magnesium (Mg) Fluor (F) Zinn (Sn)
Phosphor (P) Iod (Jod) (I)  
Schwefel (S) Kupfer (Cu)  
Natrium (Na) Mangan (Mn)  
  Molybdän (Mo)  
  Selen (Se)  
  Silicium (Si)  
  Vanadium (V)  
  Zink (Zn)  

 

Das Universum ist vollkommen.
Es kann nicht verbessert werden.
Wer es verändern will, verdirbt es.
Wer es besitzen will, verliert es.

Laotse