Das Geheimnis der Verdauung

Aktualisiert: Januar 2018

Informationen von Dr. med. Kiéichi Morishita

Kiéichi Morishita spezialisierte sich auf die Blutphysiologie und studierte an der medizinischen Fakultät der Universität Tokio, wo er 1930 promoviert wurde. Er war Mitglied des japanischen Verbandes für Physiologie, Präsident des Verbandes für Naturwissenschaften, Vizepräsident des Neues-Blut-Verbandes und ab 1944 technischer Leiter des Blutzentrums vom Roten Kreuz Tokio. Es ist bemerkenswert, dass er sich bei Weitem nicht nur für sein Spezialgebiet innerhalb der medizinischen Wissenschaft interessierte, sondern auch für Astronomie, Philosophie und generell Fragen nach dem Ursprung des Lebens.

Denn die Gesetze des Universums sind  vom Schöpfer des Universums festgelegt worden. Es sind vollkommene Gesetze, die ein vollkommenes Funktionieren des Physischen bewirken.
Das Universum braucht keine Anweisungen, wie es arbeiten soll. Auf einen Blick können wir sehen, dass das ganze Design des Lebens unaussprechlich grossartig ist. Seine Funktionsweise ist unfassbar ausgeklügelt und hoch entwickelt. Und jedes Ereignis, jedes Resultat ist Teil dieses unvorstellbaren Designs.

Die Blutbildung und das rote Blutkörperchen

Die moderne Physiologie geht davon aus, dass das Knochenmark das Blut bildet. 1952 unternahmen vier Physiologen, die Doktoren Donn, Cunningham, Sabin und Jordan, einen zweiwöchigen Versuch mit Hühnern und Tauben, denen jede Nahrung vorenthalten wurde. Im Verlauf des Versuchs stellte sich tatsächlich heraus, dass das Blut vom Knochenmark gebildet wurde, womit der grundlegende Beweis für die Theorie erbracht war.

Beim Fasten wandeln sich die Zellen des Knochenmarks, des Fett- und Muskelgewebes, der Leber etc. in rote Blutkörperchen um, und das in einer bestimmten Reihenfolge. Der Prozess beginnt beim Knochenmark. Es handelt sich dabei, entgegen der Annahme der vier Physiologen, nicht um die „normale“, sondern um eine ergänzende Blutbildung. Die normale physiologische Blutbildung geschieht durch den Darm. Der modernen Physiologie zufolge ist die Aufgabe des Darmes Verdauung und Aufnahme der Nahrung. In Wirklichkeit arbeitet der Darm wesentlich umfassender und dynamischer. Denn die Darmzotte der Darmwand gleicht einer Amöbe: Die verdauten Lebensmittel dringen in die Darmzotte nicht in einem einfachen physikalischen, sondern in einem komplexen biologischen Vorgang ein. In diesem biologischen Vorgang findet die physiologische Blutbildung statt. Mit anderen Worten: die Darmzotten nehmen die verdauten Nahrungsstoffe in ihr Gefüge auf, assimilieren sie und wandeln sie schliesslich in rote Blutkörperchen um.

Diese roten Blutkörperchen kreisen durch den Körper und verwandeln sich in Körperzellen (wie Leber-, Muskel-, Gehirnzellen etc.). Die roten Blutkörperchen sind somit nichts anderes als das Grundmaterial unseres Körpers.

Die moderne Medizin unterscheidet zwischen den roten Blutkörperchen und den Gewebezellen, also den Körperzellen! In Wirklichkeit jedoch stehen beide miteinander in Beziehung und können wechselseitig in beide Richtungen umgewandelt werden. Wenn jemand gesund ist, werden die roten Blutkörperchen zu Körperzellen; ist man dagegen krank, wird genau das Gegenteil geschehen.

Die zusammengeballten roten Blutkörperchen wandeln sich in die Zellarten um, mit denen sie Fühlung aufnehmen, wobei sie ein Zwischenstadium als weisse Blutkörperchen durchlaufen. Unsere Körperzellen wachsen also nicht durch Zellteilung, sondern durch die Umwandlung der roten Blutkörperchen. Deswegen ist das Grundmaterial aller Organe, des Gewebes und des Fetts das rote Blutkörperchen.

Wenn wir krank oder physiologisch anormal sind oder unter Stress stehen – wie im Falle einer Operation, beim Fasten, bei chronischem Durchfall, bei Bestehen einer Neurose etc. –, hört die Blutbildung im Darm auf; die Körperzellen wandeln sich umgekehrt in rote Blutkörperchen um, damit die konstante Menge an roten Blutkörperchen aufrechterhalten wird. Dies ist möglich, weil alle Körperzellen von den roten Blutkörperchen als erste Priorität gebildet wurden. So besteht zwischen roten Blutkörperchen und Körperzellen eine umkehrbare, wechselseitige Beziehung.

Unser Blutkreislauf muss die Anzahl der roten Blutkörperchen konstant halten, um so wichtige Organe wie Gehirn und Nieren, die ohne Sauerstoff nicht einmal wenige Minuten leben könnten, mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Deswegen gleicht diese umgekehrte Umwandlung den Notzustand aus, der durch die verringerte Bildung von roten Blutkörperchen ausgelöst wurde. In solchen Fällen wandeln sich zuerst Knochenmark, Fettgewebe und Muskelgewebe in rote Blutkörperchen um, weil diese Zellen, verglichen mit anderen Körperzellen, von sekundärer Bedeutung sind. Die moderne Theorie der Blutbildung im Knochenmark ist das Ergebnis des Nichtverstehens dieses ausgleichenden Phänomens.

Es gibt viele Gründe, warum die Umwandlungsfähigkeit in rote Blutkörperchen geschwächt oder vermindert sein kann:
  • Zuckerprodukte
  • Zuckergetränke
  • Medikamente
  • Stress
  • Aufregung
  • Erregungszustände (Zorn, Wut etc.)
  • Milchprodukte (siehe Rubrik Ernährung)
  • Weissmehlprodukte
  • Synthetische und künstliche Zusatzstoffe in der Ernährung
  • Giftstoffe wie... (Künstliche, Synthetische und Chemische Zusatzstoffe etc.)
  • Bestrahlungen
  • zu wenig Kauen
  • und vieles mehr.


Wenn aber die Körperzellen geschädigt sind, wird die Umwandlung nicht vollendet, und die Zellen bleiben im Zwischenstadium, also als weisse Blutkörperchen, zwischen den Körperzellen und den roten Blutkörperchen stecken.

Der Dünndarm und seine Funktion

Der Darm ist jener Teil des Verdauungsapparates, der die für den Körper notwendigen Nährstoffe und Wasser aufnimmt. Die im Mund zerkleinerte und im Magen vorverdauten Lebensmittel gelangen zunächst in den vier bis fünf Meter langen Dünndarm und danach in den gut 1.5 Meter langen Dickdarm. Die nicht verwertbaren Bestandteile der Nahrung werden ausgeschieden.

Der Dünndarm spielt bei der Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen die entscheidende Rolle. Er wird seinerseits unterteilt in die Bereiche Zwölffingerdarm (ca. 30 cm lang) und Gekrösedarm. Im Zwölffingerdarm werden die von der Leber und der Bauchspeicheldrüse produzierten Verdauungssäfte dem Nahrungsbrei zugeführt und die Magensäure neutralisiert. Dadurch werden die Nahrungsbestandteile weiter zerlegt, so dass Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine, Salze und Spurenelemente im Gekrösedarm an das Blut abgegeben werden können. Zu diesem Zweck ist dessen Oberfläche durch Falten, Zotten und so genannte Mikrovilli auf rund 100 Quadratmeter geradezu riesenhaft vergrössert.

Im Dickdarm wird dem übrig gebliebenen Nahrungsbrei später in erster Linie Wasser entzogen. Der Darm besteht zudem zur Gänze aus einem Muskelschlauch, der in rhythmischen Bewegungen (Peristaltik) den Nahrungsbrei vorwärts bewegt. Diese Bewegung wird von einem autonomen Netz von Nervenzellen gesteuert. Die Verdauungszeit hängt von der Art der Nahrung ab. Im Darm – vorab im Dünndarm – befinden sich ausserdem zahlreiche Zellen, die Bestandteile des Immunsystems sind und der Abwehr von Infektionen dienen. Deshalb ist die Dichte an Keimen im Dünndarm gering, nimmt aber im Dickdarm zu. Die „Darmflora“ – die im Darm lebenden 100 bis 400 verschiedenen Bakterienarten – erfüllt also ihre Funktion sowohl in der Verdauung als auch bei der Abwehr von Krankheitserregern.

Dünndarmquerschnitt:

Die Erneuerungskraft des Menschlichen Darmes (Video ca. 3 Min.)

Von Hans Klevers (Molekular Mediziner, Stammzellenforscher)

Der Dünndarm besteht aus unzähligen Zotten über die der Darm Nährstoffe aufnimmt. Zwischen den Zotten sitzen sehr kleine Vertiefungen, sogenannte Krypten.
Die Darm- Oberfläche erneuert sich sehr schnell, verantwortlich sind Adulte Stammzellen im Darmgewebe. Sogenannte Lgr5 Molekül Stammzellen.
Am Boden der Krypten fangen die Lgr5 Molekül Stammzellen sich an zu Teilen,
steigen empor und Teilen sich immer wieder. Durch diesen Vorgang erneuert sich die Darm- Oberfläche alle zwei – vier Tage.

 

 

Der Verdauungsvorgang

(Lesen Sie den Artikel „Die Wichtigkeit des Kauens“.) Das Kauen ist ein Schlüssel zum Gesundsein und -bleiben!

 

Mit dem Magen ist es wie mit dem Geist:
man kann ihm nur Dinge zumuten, die er verdauen, vertragen kann.
Winston Churchill (30.11.1874 - 24.01.1965)