Pflanzliches oder Tierisches Eiweiss/Protein

Aktualisiert: März 2018

Wenn Menschen wissenschaftliche Informationen bekommen, die einen radikalen Wechsel der Ernährung hin zu pflanzlichen Lebensmitteln angezeigt erscheinen lassen, trauen sie oft ihren Ohren nicht. Um zu verstehen, warum das so ist, hilft das Wissen darüber, wie Meinungen, Vorstellungen und Überzeugungen gebildet und beeinflusst werden und sich danach im öffentlichen Bewusstsein einnisten.
Wenn man die Bevölkerung, ungeachtet wissenschaftlicher Belege, darüber verunsichern will, wie sich jeder Einzelne selbst gesund erhalten kann, gibt es die machtvolle Kraft der „Kontroverse“. Wenn etwas einen gewaltigen finanziellen und wirtschaftlichen Einfluss ausübt und derart viel auf dem Spiel steht wie z.B. bei Fleisch und Milchprodukten und noch dazu Informationen vorhanden sind, die nur von wenigen Menschen verstanden werden, ist es leicht, eine Kontroverse zu erzeugen, aufrecht zu erhalten und so die Öffentlichkeit zu verunsichern. Die Vertreter dieser Kreise wollen, dass die Öffentlichkeit unwissend, schwach, fügsam und nicht gut informiert bleibt und die tatsächlichen Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit möglichst unvollständig erfasst.

Kontroversen gehören zur Wissenschaft dazu. Allzu oft wird dieses Mittel aber dazu  missbraucht, Forschungsergebnisse hinauszuzögern und zu verzerren. In jeder wissenschaftlichen Untersuchung gibt es immer Details, die noch Fragen offen lassen. So lässt sich immer ein ungelöstes Detail finden und dann behaupten, dass diese oder jene Untersuchung noch ungenügend sei. So kann man ein missliebiges Thema ersticken und die konstruktive Auseinandersetzungen darüber erschweren. Die Aufrechterhaltung einer Scheinkontroverse, um Forschungsergebnisse zu diskreditieren, die sonst für wirtschaftliches und soziales Unbehagen sorgen würden, ist eines der grössten Vergehen der Wissenschaft. Informationen werden begraben – veranlasst durch Pseudowissenschaft, Anbieter zahlloser Modediäten und unterstützt von der Propaganda der Nahrungsmittelindustrie. Das ganze System – Regierung, Wissenschaft, Medizin, Industrie und Medien – stellt Profite vor Gesundheit, Technologie vor Essen und Irreführung vor Klarheit.
Sie können sich darauf verlassen, je mehr Reklamen und Werbungen man über ein Produkt macht (z.B. Nahrungsmittel, Medikamenten) umso schlimmer ist es für ihre Gesundheit. Sie können das als Richtlinie/Indikator benutzen für Ihre Gesundheit.
Für einen Laien kann es mitunter schwierig sein, die Legitimität einer fachlichen Kontroverse wie diejenige über Fleisch und Milchprodukte zu beurteilen.
(Lesen Sie dazu auch den Artikel „Milchprodukte – ein Zivilisationsmythos“.)

Die Unversehrtheit des Körpers
Geht der Seele voran.
Denn der unversehrte Körper
Ist gleichsam der Schlüssel
Zum Palast der Seele

Moses Maimonides (1135 – 1204 n.Chr.),
jüdischer Philosoph, Rechtsgelehrter und Arzt.

Obwohl Informationen und Meinungen im Überfluss vorhanden sind, wissen sehr wenige Menschen wirklich, was sie zu ihrer Gesundheit beitragen können. Jeden Tag werden wir durch die Medien an unsere Gesundheit erinnert und ersticken fast an der Flut von Ernährungsinformationen. Ich bin sicher, dass wir Menschen die Wahrheit wissen wollen – aber es ist schwer, sie zu finden, weil sie von unsinnigen, irreführenden und oft genug einfach falschen „Informationen“ übertönt wird. Einen weiteren Beitrag leisten aber unsere verfestigten Denkweisen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster, die wir uns im Laufe des Lebens angeeignet haben.

In den Medien hören wir immer wieder den gleichen Spruch: Diese Krankheit oder jenes Symptom kommt mit dem Alter. Wir werden durch diese Aussage programmiert, oder, anders gesagt, es wird uns subtil eingetrichtert, dass man sowieso nichts dagegen machen kann. Genau das hat aber verheerende Folgen für unsere Gesundheit. Denn nicht nur die sichtbare Materie beeinflusst unsere Gesundheit, sondern auch unser Denken und unsere Vorstellungen. Zu allem Übel manifestieren sich genau diese sogenannten Alterskrankheiten bei Jugendlichen immer mehr.
Das derzeitige Gesundheitssystem hält nicht, was es verspricht. Es ist höchste Zeit, Gesundheit aus einem breiteren Blickwinkel zu betrachten, aus einer Perspektive, die ein angemessenes Verständnis zulässt und die richtige Praxis einer gesunden Ernährung ermöglicht. Was wir über Ernährung nicht wissen – und was wir nicht verstehen – kann uns schaden. Konzentrieren wir uns nicht auf ein Detail eines isolierten Nährstoffs, sondern behalten wir die Kraft der Ganzheit eines Lebensmittels im Auge: Dann werden wir der Komplexität des Lebens näher kommen.

Ein Grundsatz ist:
Lebensmittel repräsentieren die Kombination aller Wirkungen der unzähligen Inhaltsstoffe. Das Ganze ist grösser als die Summe seiner Einzelteile.

Wie kann einer, der Lebensmittel nicht kennt,
die Krankheit des Menschen verstehen?
Hippokrates (ca. 460-370v.Chr.)

Eiweiss/Protein/Proteide

Über kaum ein Nahrungsmittel gibt es so viele Missverständnisse wie über Proteine. Während die Begeisterung zum Thema Mikronährstoffe kaum Grenzen kennt und kein Tag vergeht, an dem nicht über die Vorzüge diverser Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder sekundärer Pflanzenwirkstoffe berichtet wird, herrscht über Eiweiss wenig Klarheit. Auch Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel sind vielen geläufig. Es geht hier übrigens nicht darum, Veganer zu werden, sondern darum, den richtigen Umgang mit dem Thema der Proteine zu finden.

Die Geschichte des Proteins ist zum Teil wissenschaftlich, zum Teil kulturell bedingt und basiert zu einem grossen Teil auf einem Mythos. Als der Chemiker Gerhard Mulder 1839 das Protein entdeckte, wurde das Protein als der heiligste aller Nährstoffe auf einen Sockel gestellt – und es wurde mit Fleisch in Zusammenhang gebracht.  Auch heute noch setzen die meisten Menschen Protein mit Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs gleich.
In Wirklichkeit sind auch in pflanzlichen Lebensmitteln, alle nützlichen Nährstoffe des Fleisches vorhanden, in ausreichender Menge, und für jede Lebensphase. Im Gegenzug gibt es, in pflanzlichen Lebensmittel nicht all die schädlichen Substanzen, die im Fleisch stecken. Umweltschadstoffe reichern sich besonders im Fleisch der Tiere an, in viel grösseren Mengen als in pflanzlichen Lebensmittel, dieses Phänomen nennt man „Bioakkumulation“ während des Prozesses der Nahrungsmittelkette. Was das B12 anbelangt ist die Wissenschaft noch in den Kinderschuhen. B12 kommt auch in Pflanzlichen Lebensmittel vor.
(Lesen Sie dazu den Artikel: Faktenblatt Vitamin B12)

Proteine sind Substanzen, die aber in allen tierischen oder pflanzlichen Produkten (Zellen) vorkommen. Proteine sind der Kernbestandteil aller Nahrungsmittel tierischen Ursprungs. Das Wort Protein kommt vom griechischen Wort proteios, was so viel wie „erstrangig“ bedeutet.

Für Personen, die sich auch für Details interessieren:

Die Anzahl der verschiedenen Proteine/Eiweisse sind ca. 200000.

Die Eiweissverbindungen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:
  • Peptide mit einfacher Struktur
  • Proteine mit komplexer Struktur
Die Peptide wiederum kann man wie folgt unterteilen:
  • Monopeptide, d.h. Aminosäuren (aliphatische und zyklische)
  • Polypeptide, z.B. das Carnosin der Muskeln (das von Histidin gebildet wird) oder Glutathion, das Wasserstoffatome transportiert (Cystein, Glutaminsäure und Glycin)
Die Proteine lassen sich ebenfalls in zwei grosse Klassen unterteilen:
1) Sphäroproteine
  • natürliche Proteine wie Serumalbumin, Ovalbumin, Lectalbumin
  • Faserproteine wie Gelatine, Alpha- und Beta-Karetine.
2) Andere natürliche Proteine:
  • Chromoproteine wie Hämoglobin, die Cytochrome des Blutplasma,
Chlorophyll
  • Lipoproteine im Blutplasma
  • Phosphorproteine wie das Casein der Milch
  • Nucleoprotein

Die Funktion der Proteine

Die Funktion der Proteine ist sehr wichtig, auch wenn viele meinen, sie beschränke sich auf kaum mehr als auf die Muskelbildung. Die Funktionen der Proteine sind in Wirklichkeit weitaus vielfältiger und differenzierter. Proteine bestimmen die Form und Struktur der Zellen und steuern fast alle Lebensprozesse.
Die Funktionen der Proteine sind spezifisch für jeden Proteintyp und ermöglichen den Zellen, sich gegenüber Fremdkörpern zu schützen, ihre Form zu wahren, Zellfunktionen zu kontrollieren und zu regulieren oder Schäden zu reparieren. Alle Proteintypen erledigen ihre Funktion auf die gleiche Art: Sie bilden eine selektive Molekülverbindung. Das heisst, strukturelle Proteine verbinden sich mit Molekülen von anderen Proteinen und schaffen beispielsweise eine grössere Struktur. Andere Proteine dagegen verbinden sich mit unterschiedlichen Molekülen: Hämoglobin mit Sauerstoff, Enzyme mit Substraten, Antikörper für spezielle Antigene, Hormone und spezifische Rezeptoren, Regulierer der Gene in der DNA usw.

Hauptfunktionen der Proteine

Proteine haben eine Schutzfunktion, da sie Antikörper produzieren und Abwehrmechanismen gegen Fremdkörper oder Infektionen steuern lässt. Bakterielle Toxine wie Schlangengift oder Botulismus sind durch Schutzfunktionen entstandene Proteine. Muzine schützen die Schleimhäute und besitzen einen keimtötenden Effekt.  Fibrinogen und Thrombin tragen zur Bildung der Blutklümpchen bei, um Blutungen zu verhindern. Immunoglobin wirkt bei manchen Antigenen als Antikörper. Proteine erfüllen noch viele andere regulatorische Funktionen, wenn aus ihnen folgende Bestandteile/Substanzen gebildet werden: Hämoglobin, Magensäure, Enzyme und Vitamine, die für viele chemische Reaktionen im Körper verantwortlich sind. Noch andere Proteine wie das Zyklin wiederum regulieren die Zellteilung und andere steuern bestimmte Gene.
Proteine mit Enzym-Funktionen sind die spezialisiertesten und häufigsten Proteine. Sie wirken wie Biokatalysatoren und beschleunigen die chemischen Reaktionen des Stoffwechsels. Proteine funktionieren wie Stossdämpfer und halten den pH-Wert und das osmotische Gleichgewicht in verschiedenen Umgebungen stabil. Man kennt beispielsweise die homöostatische Funktion von Proteinen.
Die Muskelkontraktion durch das Myosin und das Actin sind Funktionen der kontraktilen Proteine, welche die Bewegung der Zellen ermöglichen und die für die Muskelkontraktion verantwortlichen Myofibrillen bilden. In der kontraktilen Funktion der Proteine ist auch das Dynein involviert, das man mit Wimpern und Flagellum assoziiert.

Die Funktion der Resistenz oder die strukturelle Funktion der Proteine ist sehr wichtig, da Proteine das Füll- und Haltegewebe bilden, durch das Organe und Gewebe wie Collagen, Bindegewebe, Hornhaut oder das Elastin ihre Elastizität gewinnen. Mit diesen Proteinen formt sich die Struktur des Organismus. Manche Proteine formen Zellstrukturen wie die Histone, welche als Teil der Chromosomen den genetischen Fingerabdruck bilden. Manche Glukoproteine arbeiten als Rezeptoren in den Zellmembranen oder ermöglichen den Transport bestimmter Stoffe.
Falls notwendig, erfüllen Proteine auch eine energetische Funktion für den Organismus. Sie können bis zu vier Kilokalorien Energie pro Gramm liefern. Beispiele für die Reservefunktionen der Proteine sind die Laktoalbumine der Milch oder die Ovalbumine des Eiweisses, das Hordein der Gerste oder das Gliadin des Weizens. Letztere bilden beispielsweise eine Reserve an Aminosäuren für die Entwicklung des Embryos.
Proteine dienen auch als Transportmittel. Beispiele für diese Funktion sind das Hämoglobin und das Myoglobin, Transport-Proteine, mit denen bei Wirbeltieren und in den Muskeln Sauerstoff ins Blut transportiert wird. Andere Beispiele für Proteine mit Transportfunktionen sind die Zytochrome, welche Elektronen und wasserlösliche Proteine transportieren, die wiederum Fette durch das Blut leiten.

Im Allgemeinen werden die Proteine zur Aufrechterhaltung der Körperstrukturen und die Kohlenhydrate für die tägliche Aktivität verwendet. Das Verhältnis zwischen der Nahrung, die zum Aufbau des Körpers verwendet wird, und der Nahrung, die der Aufrechterhaltung der täglichen Aktivität dient, ist im Durchschnitt 1:7. Je nach klimatischen Bedingungen und Körperlicher Betätigung schwankt der Protein Bedarf zwischen 1:5 und 1:10.

Aminosäuren und Proteine

Aminosäuren sind Elemente, die der Körper braucht, um Proteine und Zellstrukturen aufzubauen. Hier eine Übersicht über die wichtigsten:

Liste der wichtigsten Aminosäuren
Alanin Arginin
Asparagin Asparaginsäure
Cystin Cystein
Glutamin Glutaminsäure
Glycin Histidin
Isoleucin Leucin
Lysin Methionin
Phenyalanin Prolin
Serin Threonin
Tryptophan Tyrosin
Thyroxin Valin

 

Die Proteine in unseren Nahrungsmitteln sind also deshalb so wichtig, weil sie im Laufe des Stoffwechsels diese Aminosäuren freisetzen. Diese Aminosäuren werden entweder im Organismus durch Synthese hergestellt oder über die Nahrungsmittel zugeführt. Handelt es sich um Aminosäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann, die also zwangsläufig von aussen über die Lebensmittel zugeführt werden müssen, so spricht man von essentiellen Aminosäuren.

Die Fachliteratur spricht von acht essentiellen Aminosäuren, die bei einem Erwachsenen für die Herstellung von Zellprotein notwendig sind, bei Kindern sind es neun oder zehn.

Liste der essentiellen Aminosäuren
Isoleucin Leucin
Lysin Methionin
Phenylalanin Threonin
Tryptophan Valin
Histidin für Kinder Arginin für Säuglinge

 

Getreide und Hülsenfrüchte sind aufgrund bestimmter synergistischer Phänomene, wenn sie zusammen verzehrt werden, tatsächlich die bekömmlichste und eine der gesündesten Kombinationen für unsere Gesundheit, weil sich Getreide und Hülsenfrüchte in Bezug auf die essentiellen Aminosäuren ergänzen.
Kombinieren Sie also Getreide mit Hülsenfrüchten! Schon 1.5 Tassen Bohnen wiegen ein Steak von 177 g auf, 4 Tassen Reis eines von 198 g. Das entspricht einem Steak von 375 g, wenn man Bohnen und Reis getrennt verzehrt. Isst man dagegen beides als eine Mahlzeit, so wiegen sie 539 g Steak auf, man hat also einen synergetischen Gewinn von 43%. Der Grund für dieses Phänomen ist die Menge und Verteilung von essentiellen Aminosäuren, die Reis und Bohnen liefern, wenn sie gemeinsam gegessen werden. Sind diese Aminosäuren nicht Bestandteil der Nahrung, kann der Organismus auf Dauer nicht überleben.

Ein zweiter Grundsatz ist:
Eine gute Ernährung bringt Gesundheit in allen Bereichen Ihres Lebens.
Alle Teile sind miteinander verbunden.

 

Das Gleichgewicht, das aus einer makrobiotischen Ernährungsweise auf der Basis von Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten resultiert, entspricht dieser Anforderung. (Studieren Sie dazu die Lebensmittelpyramide im Artikel „Die Wichtigkeit des Säure-Basen- und Yin-Yang-Gleichgewichts“)
Am wichtigsten ist vielleicht, dass mit Ernährung und Lebensstil derart komplexe und facettenreiche Systeme miteinander interagieren, sodass die Aufstellung eines Beweises für irgendeinen Faktor und irgendeine Erkrankung nahezu unmöglich ist, sogar dann, wenn man über die perfekte Versuchsanordnung, unlimitierte Zeit und unbeschränkte Geldmittel verfügt.

Die Ernährungswissenschaft neigt dazu, den Eiweissbedarf erheblich zu überschätzen. Es ist unbestritten, dass der menschliche Körper zu einem grossen Teil aus Eiweiss besteht – die Muskulatur, die Nägel und die Haare zum Beispiel – doch stammt das Eiweiss, das wir benötigen, nicht notwendigerweise direkt aus dem Eiweiss, das wir essen. Im Körper findet ein dauernder Austausch unter Eiweissen, Kohlenhydraten und Fetten statt, so dass Kohlenhydrat- und Fettreserven oft mobilisiert werden, um Eiweiss für bestimmte Körperfunktionen zu liefern. In physiologischer Hinsicht geben tierische Eiweisse dem Menschen einen unmittelbaren Energie- und Kraftschub, der aber nicht über eine längere Zeit aufrechterhalten werden kann. Beim pflanzlichen Eiweiss/Protein verhält es sich umgekehrt, der Körper erhält einen sanfteren Kraftschub, der über eine längere Zeit anhält, und deswegen ist pflanzlichen Eiweiss die Proteinart, die unserer körperlichen Gesundheit am zuträglichsten ist. Ein anderer Aspekt ist, dass der Körper bei Einnahme von tierischen Produkten nicht mehr viel leisten muss, um es als Protein dem Körper zu Verfügung zu stellen, da es schon in tierisches Protein umgewandelt ist. Die Konsequenz daraus ist, dass der Körper auf lange Zeit gesehen schwächer wird.
Beim pflanzlichen Protein muss der Körper dieses zuerst in tierisches Protein umwandeln. Dadurch bleibt der Körper in einem gesünderen Zustand – einfach deswegen, weil er mehr Arbeit leistet. Es zeigt sich, dass sogenanntes „minderwertiges“ pflanzliches Protein, das eine langsame aber beständige Bildung  neuer Proteine gewährleistet, die gesündeste Proteinart ist (z.B. aus Hülsenfrüchten, Samen, Nüssen).

Wir wissen, dass ohne körperliche Betätigung unsere Muskeln schlaff und müde werden – sie bauen ab. Das gleiche Prinzip ist übertragbar auf unsere innerliche Verarbeitung von Lebensmittel in unserer Verdauung. Und auch bei den Kohlehydraten stossen wir auf das gleiche Prinzip, also bei:

  • Monosacchariden (Einfachzucker) – sie schwächen unsere Gesundheit.
  • Disaccharide (Zweifachzucker)
  • Polysaccharide (Vielfachzucker) – sie stärken unsere Gesundheit.

(Lesen Sie dazu den Artikel „Süssungsmittel und der „Zucker-Blues“.)

Fleisch ist schwerer zu verdauen als pflanzliche Nahrung, es benötigt 4 bis 4 1/2 Stunden zur Aufnahme im Darm gegenüber 2 bis 2 1/2 Stunden bei pflanzlicher Nahrung.

Fleisch beginnt sich sofort nach dem Schlachten zu zersetzen; Faulungsprozesse beginnen, auch wenn überlieferte Konservierungsverfahren angewandt werden (z.B. bei Kühlung, Räuchern und Salz). Diese Faulungsprozesse gehen im Darmtrakt weiter und erzeugen Toxine und Amine, die sich in der Leber, Nieren und dem Dickdarm ansammeln und besonders die Darmbakterien vernichten. Dies bewirkt zusätzlich eine Degeneration der Darmzotten des Dünndarms, wo die Nährstoffe vom Blut aufgenommen werden. Im Fall der Proteine findet im Mund noch keine Verdauung statt; trotzdem sollte man lange kauen, damit sie gut zerkleinert werden und später im Laufe des Verdauungsvorganges durch eine Reihe aufeinanderfolgender Vorgänge mittels Hydrolyse in zahlreiche ungebundene Aminosäuren aufgespalten und von den Epithelzellen des Dünndarms aufgenommen werden können. (Lesen Sie dazu den Artikel „Die Wichtigkeit des Kauens“.) Anschliessend gelangen sie in die Blutkapillaren der Darmzotten, wo sie schliesslich zur Leber transportiert werden.
(Lesen Sie dazu den Artikel „Die grosse Bedeutung der Darmflora“)
(Lesen Sie dazu den Artikel „Das Geheimnis der Verdauung“)

Hält dieser Faulungsprozess über längere Zeit an, entwickelt der Körper verschiedene Krankheitsbilder wie:

  • Krebs
  • Autoimmunerkrankungen wie: MS, Diabetes Typ 1, Basedow-Krankheit,
    Rheumatoide Arthritis, Hypothyreoiditis, Vitiligo (Weissfleckenkrankheit), etc.
  • Zysten
  • Tumoren
  • vaskuläre Demenz
  • Alzheimer
  • Verhärtung der Arterien
  • einer arteriosklerotische Entwicklung wird Vorschub geleistet
  • der Körper benötigt mehr Sauerstoff in der Blutbahn
  • die Atemfrequenz steigt an
  • eine ruhige Geisteshaltung wird erschwert

es entwickelt sich eine misstrauische, unbewegliche und bisweilen aggressive
Denkweise und eine enge, überanalytische Sichtweise – um nur ein paar
Symptome und Krankheitsbilder zu nennen.

Dieser Faulungsprozess im Darm verunmöglicht eine gute Blutqualität, die essentiell ist für unsere Körperliche und geistige Gesundheit.

Verdauung der Proteine

Wie gerade erwähnt: Im Fall der Proteine findet im Mund noch keine Verdauung statt, trotzdem sollte man lange kauen, damit sie gut zerkleinert werden. Bei Getreide, ölhaltigen Körnern oder bei Gemüse ist langes Kauen wichtig, damit die Hülse oder Zellulosehülle ganz und gar von den Proteinanteilen, die sie umgibt, getrennt wird, so dass vollständige Hydrolyse (Lösung, Auflösung) stattfinden kann. An diesem Punkt ist jeder selbst verantwortlich für den Ertrag des biologischen Vorgangs, denn man muss wissen, dass Zellulose im Laufe des Verdauungsvorganges kaum angegriffen wird. Werden die Proteine und Lebensmittel gut gekaut, ergeben sie eine reiche Ausbeute, und die Blutqualität wird sich massiv verbessern, was wiederum unserer Gesundheit zu Gute kommt.
(Lesen Sie dazu die Artikel „Das Geheimnis des Blutes“ und „Die Wichtigkeit des Kauens“.)

Auch wenn wir aus wissenschaftlichen Kreisen regelmässig hören, die Gene seien die Ursache für dies und für das, so ist es doch so, dass auch die Gene nicht isoliert agieren: Auch sie brauchen einen Auslöser, damit sie ihre Wirkung entfalten können.
(Lesen Sie dazu im Artikel „Die Wichtigkeit des Säure-Basen- und Yin-Yang-Gleichgewichts“ den Abschnitt „Wie Essen das Erbgut verändert“ über die Epigenetik.)

Was haben diese Krankheitsbilder damit zu tun, was wir essen?

Proteine, diese heiligsten aller Nährstoffe, sind ein lebensnotwendiger Baustein unseres Organismus. Sie fungieren als Enzyme, Hormone und Zellstrukturen, und sie transportieren Moleküle, die das Leben erst möglich machen. Proteine verschleissen aber auch regelmässig – und müssen daher erneuert werden. Sobald sie verdaut sind, versorgen uns diese Proteine mit einem Nachschub an Aminosäuren, die wiederum für die Bildung neuen Proteins verwendet werden, um das alte, abgebaute, zu ersetzen. Die Qualität der verschiedenen Nahrungsmittelproteine wird danach bewertet, wie gut sie uns mit den notwendigen Aminosäuren versorgen, um unser körpereigenes Protein zu erneuern. Nahrungsmittelprotein der besten Qualität ist, einfach gesagt, jenes, das uns nach seiner Verdauung mit der richtigen Art und Menge an Aminosäuren versorgt, um unser neues Zellprotein effizient herzustellen. Das ist es, was das Wort „Qualität“ hier bedeutet.
Während es pflanzlichen Proteinen an einer oder mehreren der essenziellen Aminosäuren mangelt, enthalten sie als Gruppe jedoch alle Aminosäuren. Wir wissen heute, dass der menschliche Organismus mittels hochkomplexer Stoffwechselabläufe imstande ist, alle essenziellen Aminosäuren aus der natürlichen Vielfalt der pflanzlichen Proteine zu beziehen.

Die Antigene, die unseren Körper austricksen und unsere eigenen Zellen angreifen, kommen auch aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Während der Verdauung beispielsweise schlüpfen einige Proteine aus dem Darm in unseren Blutstrom, ohne dass sie zuvor komplett in ihre Aminosäurenteile zerlegt worden sind. Diese Überreste unverdauter Proteine werden von unserem Immunsystem als fremde Angreifer behandelt, das damit beginnt, Schablonen zu bilden, um sie zu zerstören, was den selbstzerstörerischen autoimmunen Prozess einleitet. Eines der Nahrungsmittel, das eine Quelle vieler solcher Fremdproteine ist, die unsere körpereigenen Proteine nachahmen, ist Kuhmilch.
(Lesen Sie dazu auch den Artikel „Milchprodukte – ein Zivilisationsmythos“.)
Im Fall des Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem die Zellen der Bauchspeicheldrüse an, die für die Produktion von Insulin zuständig sind. Diese verheerende, scheinbar unheilbare Krankheit trifft vornehmlich Kinder. Menschliche Muttermilch ist das vollkommenste Lebensmittel für einen Säugling – und einer der gesundheitsschädigendsten Fehler, den eine Mutter begehen kann, ist, ihre eigene Milch durch Kuhmilch zu ersetzen. Die Mutter ignoriert die Dynamik der Natur. Die meisten Menschen wissen allerdings nicht, dass diese Erkrankung auch in Zusammenhang mit Milchprodukten steht.

Was die Fähigkeit anbelangt, sowohl dem Zweck des Körperaufbaus als auch der Energieversorgung des Körpers zu dienen, verhält sich Eiweiss pflanzlichen Ursprungs wesentlich flexibler als tierisches Eiweiss. Im Allgemeinen liefern Bohnen und Hülsenfrüchte die gleiche Eiweissmenge wie ein vergleichbares Volumen an Fleisch, Geflügel und Milchprodukten, während Vollkorngetreide etwa die Hälfte dieser Eiweissmenge liefern.

Nachteile von der Erzeugung Tierischen Produkten für die Ernährung des Menschen und die Umwelt.

Der Umgang mit Tieren (z.B. Haltung und Fütterung), der Herstellung von tierischen Produkten bis es auf den Teller kommt in unserer heutigen Zeit zieht verheerende Nachteile für uns und die Umwelt mit sich. So ist der Wasserverbrauch bei der Herstellung tierischer Lebensmittel ungleich höher als bei pflanzlichen:

Wasserverbrauch für die Herstellung von Lebensmitteln:
für eine Dose Coca-Cola (33cl) 70 Liter
für 1kg Tomaten 80 Liter
für 1kg Kartoffeln 106 Liter
für 1kg Orangensaft 1000 Liter
für 1hl Bier 1000 Liter
für 1kg Brot 1000 Liter
für 1kg Mais 1400 Liter
für 1kg Soja 1400 Liter
für 1kg Getreide 1500 Liter
für 1kg Reis 1900 Liter
für ein Brathähnchen 3500 Liter
für 1kg Rindfleisch 5000-20000 Liter
für 1kg Schweinefleisch 9700 Liter
für 1kg Lammfleisch 10000 Liter

 

In der Schweiz werden rund 70% der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Tierhaltung und den Futtermittelanbau verwendet. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7–16 kg Getreide oder Sojabohnen. Bei der «Umwandlung» von Getreide in Fleisch gehen durch diese künstliche Verlängerung der Nahrungskette unter anderem 90% Eiweiss, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren.

Da die Kühe bekanntlich auch Stuhlgang haben, erzeugen sie auch dort Emissionen (z.B. Ammoniak und über Düngung der Felder durch die Bauern). Ammoniak aus der Landwirtschaft stammen zu 90% aus Jauche und Mist. Ammoniak aus tierischen Fäkalien spielt nicht nur beim sauren Regen eine verhängnisvolle Rolle. Aus Ammoniak entstehen in der Atmosphäre auch sekundäre Aerosole, welche als Feinstaub (PM10) zur Gefährdung der menschlichen Gesundheit beitragen. Ammoniak hat jedoch nicht nur verheerende Auswirkungen auf den Wald und die Luft, sondern auch auf die Gewässer. Die Überdüngung bewirkt unter anderem ein unnatürlich starkes Wachstum der Algen, die dadurch dem Gewässer den Sauerstoff entziehen.

Über 50% der Wasserverschmutzung in Europa sind auf die Massentierhaltung zurückzuführen. Das verheerende Nitrat aus der Landwirtschaft ist heute schon so weit ins Grundwasser vorgedrungen, dass es unsere Gesundheit gefährdet, weil es im Körper zu Nitrit umgewandelt wird, das wiederum bei der Entstehung Krebs, eine wichtige Rolle einnimmt. Jährlich durchgeführte Wasseranalysen zeigen, dass der Nitratgehalt im Trinkwasser in vielen Gebieten von Jahr zu Jahr steigt. Um den Anstieg von Nitrat im Wasser in Zukunft zu stoppen, gibt es nur eine Möglichkeit: Ein Verbot für das Verteilen von Jauche und Mist auf den Feldern.

Das Universum ist vollkommen.
Es kann nicht verbessert werden.
Wer es verändern will, verdirbt es.
Wer es besitzen will, verliert es.
Laotse